Mistral oder Schirokko? Wie du deinen Schnorchelspot nach dem Wind auswählst
Auf Sardinien gibt es nicht den richtigen Spot – es gibt den richtigen Spot für den Wind von heute. Die Zwei-Küsten-Regel, die jeden Ausflug rettet, selbst in einer windigen Woche.

Die richtige Frage vor einem Schnorchelausflug auf Sardinien lautet nicht „Wie wird das Wetter?“, sondern „Woher weht der Wind?“. Die Insel ist groß, gebirgig und wird von beständigen Winden überstrichen: Ein und derselbe Tag kann an der einen Küste trübes Wasser und Wellengang bringen – und an der anderen einen glasklaren Pool. Wer den Wind zu lesen lernt, sagt einen Ausflug fast nie ab: er verlegt ihn.
Die Zwei-Küsten-Regel
Das Prinzip ist einfach: Klares Wasser liegt im Windschatten, also an der Küste, die dem Wind abgewandt ist. Der Mistral (aus Nordwest) ist hier der Hausherr: Wenn er bläst, trübt sich die Westküste ein und die See baut sich auf – Bosa, Masua, Chia auf der Westseite –, während die Ostküste weitgehend geschützt bleibt: Golfo di Orosei, Tavolara, Villasimius auf der Ostseite.
Bei Schirokko und Levante (aus Südost und Ost) dreht sich die Geografie um: Dann schlägt die goldene Stunde von Alghero und Capo Caccia, Bosa, Stintino und dem Westen überhaupt, während die östlichen Buchten an Klarheit verlieren.
Wettervorhersagen lesen wie ein Schnorchler
Schau auf drei Zahlen, in dieser Reihenfolge: die heutige Windrichtung, die Windstärke (unter 10–12 Knoten ist es fast überall angenehm) und den Wind der beiden Vortage – das Meer hat ein Gedächtnis, und ein Mistral-Sturm trübt den Westen auch dann noch, wenn der Wind längst abgeflaut ist. Eine Wellenhöhe unter einem halben Meter ist dein grünes Licht.
Vorsicht bei ablandigem Wind: Er macht das Meer in Ufernähe flach und einladend, aber er treibt dich hinaus – die klassische Falle für Luftmatratzen und unaufmerksame Schnorchler. Bei Wind vom Land bleib ganz nah an der Küste und behalte immer einen Ausstiegspunkt in Reichweite.
Plan B ist der halbe Spaß
Die solideste Art, eine Woche zu planen: Wähl einen Standort, von dem aus beide Küsten erreichbar sind (Alghero deckt Westen und Norden ab, Cagliari Südwesten und Südosten), und halte für jede Seite einen Spot auf deiner Liste bereit. Der falsche Tag für deinen Lieblingsstrand wird so zum richtigen Tag für den, den du gar nicht auf dem Zettel hattest.


