Sicherheit

Quallen auf Sardinien: welche es gibt, wo sie auftauchen und was (wirklich) hilft, wenn du gestochen wirst

Die violette, die brennt, das harmlose „Spiegelei“, die Segelqualle, die gar keine Qualle ist: wie du sie auf einen Blick erkennst – und das richtige Vorgehen nach dem Kontakt, ohne Ammoniak und ohne Ammenmärchen.

Quallen auf Sardinien: welche es gibt, wo sie auftauchen und was (wirklich) hilft, wenn du gestochen wirst

Es ist die meistgeklickte Suchanfrage des Sommers, gleich nach dem Wetterbericht: „Quallen heute?“. Die Wahrheit ist weniger dramatisch als die Schlagzeilen: Im sardischen Meer beschränken sich die unangenehmen Begegnungen auf wenige Arten, fast alle auf einen Blick erkennbar – und wer schnorchelt, ist im Vorteil: Mit der Maske siehst du sie viel früher als jemand, der mit geschlossenen Augen schwimmt.

Die drei, die du erkennen solltest

Pelagia noctilucaCotylorhiza tuberculataVelella velella

Die Pelagia noctiluca, die Leuchtqualle, ist die, auf die es ankommt: klein, rosa-violett, gepunktet, mit langen, dünnen Tentakeln. Sie ist die einzige wirklich nesselnde unter den häufigen Arten und kommt in Schwärmen, getragen von Strömungen und Wind: Siehst du zwei, geh von zwanzig aus.

Die Cotylorhiza tuberculata, das „Spiegelei“, ist die große Harmlose des Spätsommers: gelbe Kuppel mit einem Büschel in der Mitte, oft eskortiert von kleinen Fischen. Man beobachtet sie, fotografiert sie, fasst sie nicht an (aus Respekt, nicht aus Gefahr). Die Velella velella schließlich ist nicht einmal eine Qualle: Die blauen Flottillen, die im Frühjahr an Land gespült werden, sind treibende Kolonien – für die Haut praktisch harmlos.

Das richtige Vorgehen nach dem Kontakt

Wenn es doch zum Kontakt kommt: Geh in Ruhe aus dem Wasser und spüle nur mit Meerwasser – niemals mit Süßwasser, das die verbliebenen Nesselzellen zum Feuern bringt. Entferne eventuelle Fäden mit der Kante einer festen Plastikkarte, nicht mit den Fingern. Und dann das, was wirklich hilft: Wärme (heißer Sand, warmes Meerwasser) oder ein adstringierendes Gel aus der Apotheke.

1 Ruhig rausgehen
Ruhig rausgehen
2 Nur Meerwasser
Nur Meerwasser
3 Steife Karte
Steife Karte
4 Wärme
Wärme

Die Mythen, die du vergessen kannst: kein Ammoniak, kein Urin, kein Alkohol – sie reizen nur zusätzlich. Das starke Brennen lässt nach 10–20 Minuten nach; treten allgemeine Symptome auf (Atemnot, allgemeines Unwohlsein, großflächige Reaktion), ist das ein Fall für den Notruf 112 – selten, aber gut zu wissen.

Damit leben – als Schnorchler

Zwei Gewohnheiten reduzieren die Begegnungen fast auf null: Prüfe die Leeseite (Leuchtquallen sammeln sich dort, wohin der Wind drückt, oft in der „geschützten“ Ecke der Bucht) und trag ein Lycra-Shirt, das 90 % der exponierten Haut bedeckt. Und wenn der Schwarm da ist, ist die richtige Entscheidung die einfachste: Man wechselt die Bucht. Der Wind, der sie heute gebracht hat, trägt sie morgen wieder fort.

Weiter entdecken

Passende Guides

Danach lesen

Der Blog

Alle Artikel