Technik

Von der Oberfläche in die ersten Meter: der Apnoe-Abstieg für Schnorchler

Die Entenrolle, der Druckausgleich, die Buddy-Regel: wie du sicher zwei, drei Meter abtauchst, um einem Zackenbarsch in die Augen zu schauen – und was du niemals tun solltest.

Von der Oberfläche in die ersten Meter: der Apnoe-Abstieg für Schnorchler
© Michiel1972 · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia

Früher oder später passiert es jedem: Von der Oberfläche aus siehst du eine Höhle, einen Schatten unter einem Felsblock, einen Zackenbarsch, der reglos in drei Metern Tiefe steht – und du willst hinunter. Der Schritt vom Schnorcheln zum ersten Apnoetauchgang ist natürlich und wunderschön, braucht aber Methode: Gerade in den ersten Metern ändert sich der Druck am schnellsten.

Die Entenrolle, die keine Fische verschreckt

Der effiziente Abstieg beginnt nicht mit den Beinen, sondern mit dem 90-Grad-Abknicken: Oberkörper nach unten, Beine gestreckt aus dem Wasser – ihr Gewicht drückt dich nach unten, ganz ohne Flossenschlag. Die Flossen arbeiten erst, wenn sie unter Wasser sind: absolute Stille, kein Spritzer, die Fische bleiben da.

Vor dem Abtauchen: eine Minute ruhig atmen, ein voller (nicht forcierter) Atemzug, und los. Niemals hyperventilieren: Schnelle, tiefe Atemzüge verzögern den Atemreiz, ohne den Sauerstoff zu erhöhen – genau so fühlt man sich „großartig“ bis einen Meter unter der Oberfläche, wo fast alle Apnoe-Blackouts passieren.

Früh ausgleichen, oft ausgleichen

Ohrenschmerzen sind nichts, was man „aushält“ – man beugt ihnen vor. Gleich schon ab einem halben Meter Druck ausgleichen – Nase zwischen den Fingern zuhalten, sanft in Richtung Ohren pusten – und etwa jeden Meter wiederholen, bevor du ein Unbehagen spürst. Öffnet sich ein Ohr nicht, steig einen halben Meter auf und versuch es erneut; öffnet es sich immer noch nicht, endet der Tauchgang hier. Erkältung und Druckausgleich vertragen sich nicht: Mit verstopfter Nase bleibt man an der Oberfläche.

Die Regel, über die nicht verhandelt wird

Apnoe taucht man zu zweit: einer unten, einer an der Oberfläche, der zuschaut – immer, auch für „nur zwei Meter“. Dein Buddy hält die Boje, zählt deine Sekunden und beobachtet dich vor allem auf den letzten Metern des Aufstiegs und in den zehn Sekunden nach dem Auftauchen, wenn ein Blackout am wahrscheinlichsten ist. Statistisch ist die Gefahr beim Apnoetauchen nicht die Tiefe, sondern das Alleinsein.

Mit diesen Grundlagen fehlt es nicht an Orten, an denen schon der erste vertikale Meter die Reise wert ist: die Steilwände von Capo Caccia, die Felskanten von Figarolo, das Blau der Küste von Baunei. Zwei Meter unter der Oberfläche liegt ein anderes Meer.

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