Fotografie

Unterwasserfotos mit dem Smartphone: der Praxisguide fürs Schnorcheln

Wasserdichte Hülle oder Actioncam? Warum werden die Fotos grün, und wie rettet man sie? Technik, Einstellungen und typische Fehler, damit du das Blau Sardiniens mit nach Hause nimmst.

Unterwasserfotos mit dem Smartphone: der Praxisguide fürs Schnorcheln
© JYB Devot · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia

Das Handy in deiner Tasche fotografiert inzwischen besser als viele Unterwasserkompakte von vor zehn Jahren: Mit einer wasserdichten Hülle für ein paar Dutzend Euro kannst du eine ganze Schnorchelsaison dokumentieren. Aber Wasser ist eine optisch feindliche Umgebung, und die ersten Fotos enttäuschen fast jeden. So vermeidest du das.

Wasserdichte Hülle oder Actioncam?

Die Smartphone-Hülle punktet mit Einfachheit und Bildqualität in flachem, gut ausgeleuchtetem Wasser: perfekt für Lagunen und die ersten Meter. Prüfe die angegebene Tauchtiefe, mach den Trockentest (geschlossen, unter Wasser, mit einem Papiertaschentuch darin) und nutze immer die Handgelenkschlaufe.

Die Actioncam gewinnt bei Handlichkeit und Video: Sie lässt sich an einen Stick oder an die Boje klemmen, steckt Spritzer und Stöße weg, und aktuelle Modelle stabilisieren hervorragend. Ihr Schwachpunkt ist der kleine Bildschirm beim Komponieren des Bildausschnitts.

Warum alles grün wird (und was dagegen hilft)

Wasser schluckt die warmen Farben: Schon nach ein paar Metern verschwindet das Rot, und alles kippt ins Grünblaue. Die Gegenmittel, nach Wirksamkeit geordnet: Fotografiere im flachen Wasser, mit hoch stehender Sonne im Rücken; nutze einen Rotfilter, falls deine Kamera einen vorsieht; hole die Farben in der Nachbearbeitung zurück — selbst der Foto-Editor des Handys wirkt Wunder, wenn du Wärme und Magenta hochziehst.

Die Kompositionsregel, die alles verändert: Geh näher ran — und dann noch näher. Das Wasser zwischen dir und deinem Motiv ist der Feind von Schärfe und Farbe: Ein halber Meter Abstand zu einer Meerbrasse ist mehr wert als drei Meter zu einem Zackenbarsch.

Wo und wie du auf Sardinien fotografierst

Der weiße Kies im Golf von Orosei und der helle Sand von Villasimius wirken wie natürliche Reflektoren und liefern dieses leuchtende Türkis sogar zur Mittagszeit. In den goldenen Stunden suchst du dagegen besser die schattigen Felswände auf: Mönchsfische und Meerraben kommen heraus, und das schräg einfallende Licht zeichnet spektakuläre Strahlenbündel ins Wasser.

Und zum Schluss das Wichtigste: Kein Foto ist eine Berührung des Meeresbodens wert. Nicht anfassen, nicht hinterherjagen, dich nicht für die perfekte Nahaufnahme zwischen Felsen zwängen. Ein entspannter Fisch kommt zurück — ein verschreckter nicht.

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