Costa Smeralda: die schönsten Strände ohne Promi-Preise
Kein Strand der Costa Smeralda ist privat: Das verbietet das italienische Recht. Was wirklich kostet, wo du parkst und warum der schönste Teil nicht in der Mitte der Bucht liegt.

Muss man an der Costa Smeralda für den Strand zahlen?
- Nein. In Italien ist der Strand öffentliches Staatsgut — auch der vor den Luxushotels.
- Was Geld kostet, ist der Parkplatz und die Liege, nicht der Zugang zum Wasser.
- Der lohnendste Teil liegt nicht in der Mitte der Bucht, sondern an ihren Felsrändern.
Kein Strand der Costa Smeralda ist privat
Der hartnäckigste Irrtum über diese Küste: dass die Strände zu den Hotels gehören. Sie tun es nicht. In Italien ist die Küstenlinie demanio marittimo, öffentliches Staatsgut — unveräußerlich und der Allgemeinheit gewidmet.
Konkret heißt das: Der Wassersaum ist immer frei zugänglich, auch vor einer Konzession. Du darfst einen Strandbetrieb durchqueren, um ans Wasser zu kommen, und niemand darf dafür Geld verlangen. Bezahlt werden Liegen, Schirme und Service — nie der Zugang selbst.
Wer dir an der Costa Smeralda erzählt, der Strand sei privat, verwechselt die Konzession mit dem Eigentum.
Was tatsächlich kostet: der Parkplatz
Die echte Hürde ist nicht der Eintritt, sondern das Abstellen des Autos. An Capriccioli wird in der Saison am Straßenrand kassiert, und in den Augustwochen ist gegen 10 Uhr alles belegt.
Anders als bei den kontingentierten Stränden im Norden und Osten gibt es hier keine Reservierungspflicht: Es gilt schlicht, wer zuerst kommt. Das verschiebt die Planung von der App auf den Wecker.
Geh an die Ränder, nicht in die Mitte
Die berühmten Buchten sind in der Mitte am vollsten und unter Wasser am langweiligsten: heller Sand, wenig los. Interessant wird es an den granitenen Rändern, wo die rosafarbenen Felsen ins Wasser abfallen.
An Capriccioli trennt eine niedrige Granitspitze zwei Buchten. An der Spiaggia del Principe fallen die Felsen rechts der Mondsichel auf lebendigen Grund ab: Geißbrassen, Meerbrassen und Meerpfauen zwischen den Blöcken, oft in sehr flachem Wasser.
Capriccioli: die Bucht mit der immer ruhigen Seite
Zwei Buchten, die in entgegengesetzte Richtungen schauen, getrennt von einer Landzunge aus Granit und Wacholder. Welcher Wind auch weht: Eine der beiden Seiten liegt im Schutz.
Das macht Capriccioli zur verlässlichsten Adresse der Costa Smeralda an unruhigen Tagen — und zum sinnvollen Ausweichziel, wenn weiter nördlich die Welle steht.
Vom Wasser aus
Ab Porto Cervo und Poltu Quatu fahren Boots- und Katamarantouren, die die Buchten der Küste mit den vorgelagerten Inselchen verbinden — fast immer mit Schnorchelstopp und Ausrüstung an Bord.
In der Hochsaison ist das oft die vernünftigere Variante: Du umgehst das Parkplatzproblem vollständig und bist dort, wo vom Land aus niemand hinkommt.
Häufige Fragen
Sind die Strände der Costa Smeralda privat?
Nein. Die Küstenlinie ist in Italien öffentliches Staatsgut. Konzessionen dürfen Liegen und Service verkaufen, nicht aber den Zugang zum Wasser versperren oder in Rechnung stellen.
Braucht man für Capriccioli eine Reservierung?
Nein. Anders als Cala Brandinchi, Lu Impostu oder La Pelosa ist Capriccioli nicht kontingentiert. Begrenzt wird es allein durch die Parkplätze, die in der Hochsaison gegen 10 Uhr voll sind.
Wann sollte man an die Costa Smeralda fahren?
Früh am Morgen oder mit dem Boot. Ab dem späten Vormittag ist im Juli und August sowohl der Parkplatz als auch das Wasser vor der Bucht dicht.


